AFBG-Förderhöhen 2026: die aktuellen Sätze im Überblick
Die AFBG-Förderhöhen 2026 sind: Maßnahmebeitrag bis 15.000 Euro pro Fortbildung (50 Prozent Zuschuss, 50 Prozent Darlehen, 50 Prozent Darlehenserlass bei Bestehen). Unterhaltsbeitrag bei Vollzeit bis 963 Euro monatlich für Alleinstehende, plus 235 Euro Ehepartner-Zuschlag, plus 235 Euro pro Kind. Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende bis 160 Euro je Kind unter 14 Jahren. Alle Sätze steuerfrei.
Diese Zahlen sind seit der letzten Novelle 2020 in Kraft und wurden schrittweise angepasst. Die aktuellen Werte findest du auf aufstiegs-bafoeg.de{target=“_blank” rel=“noopener”}. Hier die komplette Übersicht mit Beispielen für typische Fortbildungen.
Wie hoch ist der Maßnahmebeitrag 2026?
Der Maßnahmebeitrag ist die wichtigere Säule für die meisten AFBG-Antragsteller. Er deckt Kurs- und Prüfungskosten und ist einkommensunabhängig.
| Posten | Wert 2026 |
|---|---|
| Maximaler Maßnahmebeitrag pro Fortbildung | 15.000 Euro |
| Zuschussanteil | 50 Prozent |
| Darlehensanteil (zinsloses KfW-Darlehen) | 50 Prozent |
| Darlehenserlass bei Bestehen | 50 Prozent des Darlehens |
| Eigenanteil nach Erlass | rund 25 Prozent der Kurskosten |
| Existenzgründer-Erlass (bei Unternehmensgründung) | 40 Prozent des Restdarlehens |
| Tagespauschale für Unterbringung bei auswärtigen Prüfungsabschnitten | bis 24 Euro |
| Tagespauschale Verpflegung | bis 15 Euro |
| Kilometerpauschale | bis 0,20 Euro je km |
Bei einem Wirtschaftsfachwirt mit 3.997 Euro Kursgebühr sieht die Rechnung so aus:
- Zuschuss: 1.998,50 Euro
- Darlehen: 1.998,50 Euro
- Darlehenserlass bei Bestehen: 999,25 Euro
- Eigenanteil netto: 999,25 Euro
Bei einem Handwerksmeister mit 7.000 Euro Kursgebühr:
- Zuschuss: 3.500 Euro
- Darlehen: 3.500 Euro
- Darlehenserlass bei Bestehen: 1.750 Euro
- Eigenanteil netto: 1.750 Euro
Wie hoch ist der Unterhaltsbeitrag 2026?
Der Unterhaltsbeitrag greift nur bei Vollzeit-Fortbildungen. Seit 2020 wird er als reiner Zuschuss gezahlt, ohne Darlehensanteil. Die Sätze:
| Posten | Wert 2026 |
|---|---|
| Grundbedarf Alleinstehender | bis 963 Euro monatlich |
| Zuschlag für Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner | 235 Euro monatlich |
| Zuschlag pro Kind | 235 Euro monatlich |
| Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende (pro Kind unter 14) | bis 160 Euro monatlich |
Die Sätze sind Maximalwerte, die durch Einkommensanrechnung reduziert werden. Grundfreibetrag Antragsteller 330 Euro, Ehepartner-Freibetrag 805 Euro, Kind-Freibetrag 730 Euro.
Beispielrechnung für einen alleinerziehenden Vollzeit-Meisterschüler mit einem Kind unter 14, kein eigenes Einkommen:
- Grundbedarf: 963 Euro
- Kind-Zuschlag: 235 Euro
- Kinderbetreuungszuschlag: 160 Euro
- Monatlicher Unterhaltsbeitrag: 1.358 Euro
Bei einem verheirateten Vollzeit-Meisterschüler mit zwei Kindern und nicht arbeitendem Partner:
- Grundbedarf: 963 Euro
- Ehepartner-Zuschlag: 235 Euro
- Zweimal Kind-Zuschlag: 470 Euro
- Monatlicher Unterhaltsbeitrag: 1.668 Euro
Bei 6 Monaten Vollzeit-Meisterkurs sind das 10.008 Euro Unterhaltsbeitrag, dazu der Maßnahmebeitrag für die Kurskosten separat.
Welche Freibeträge gelten 2026?
Die Freibeträge beim Unterhaltsbeitrag werden regelmäßig an die BAföG-Logik angeglichen. Stand 2026:
| Freibetrag | Wert monatlich |
|---|---|
| Grundfreibetrag Antragsteller (eigenes Einkommen) | 330 Euro |
| Freibetrag Ehepartner | 805 Euro |
| Freibetrag pro Kind | 730 Euro |
| Vermögensfreibetrag Antragsteller | 45.000 Euro |
| Zusatzfreibetrag je Unterhaltsberechtigtem | 2.300 Euro |
| Vermögensfreibetrag für Altersvorsorge | +15.000 Euro |
Freibeträge reduzieren das anrechenbare Einkommen. Wer genau auf den Freibetrag kommt, wird vom Unterhaltsbeitrag nicht gekürzt. Wer darüber liegt, muss pro Euro Mehreinkommen einen Euro weniger Unterhaltsbeitrag hinnehmen.
Ein Beispiel zum Partner-Einkommen: Dein Ehepartner verdient 2.500 Euro netto monatlich. Freibetrag 805 Euro. Anrechenbares Partner-Einkommen: 1.695 Euro. Von deinem Unterhaltsbeitrag werden 1.695 Euro abgezogen. Wenn dein Bedarfssatz 1.438 Euro war, fällt der Unterhaltsbeitrag ganz weg.
Rechnet den Unterhaltsbeitrag also nicht zu optimistisch, wenn der Partner voll verdient.
Was hat sich 2026 gegenüber 2025 geändert?
Die Hauptsätze (Grundbedarf, Kind-Zuschlag, Maßnahmebeitrag-Deckel) sind 2026 unverändert gegenüber 2025. Die letzte große Anpassung war 2020 mit der Novelle des AFBG. Kleinere Anpassungen bei Freibeträgen folgen dem allgemeinen BAföG-Rhythmus.
Was sich geändert hat: Einzelne Bundesländer haben Landesprämien für Fachwirte eingeführt oder erhöht. Thüringen hat zum 01.01.2026 seine Aufstiegsprämie von 1.000 auf 2.000 Euro erhöht. Das Saarland hat seinen Aufstiegsbonus Anfang 2026 auf 2.000 Euro verdoppelt. Die kommen zusätzlich zum AFBG und sind nicht Teil der AFBG-Förderhöhen selbst.
Details zur Landesprämien-Kombinationslogik im Silo Alternativen und Kombinationen.
Welche AFBG-Förderhöhen gelten für den Wirtschaftsfachwirt?
Der Wirtschaftsfachwirt als typischer Fachwirt-Fall:
- Kursgebühr: 3.997 Euro (SkillSprinters, Stand 2026)
- Zuschuss: 1.998,50 Euro
- Darlehen: 1.998,50 Euro
- Darlehenserlass bei Bestehen: 999,25 Euro
- Netto-Eigenanteil: 999,25 Euro
Weil der Wirtschaftsfachwirt berufsbegleitend läuft (Di und Do abends), kein Unterhaltsbeitrag. Der gesamte AFBG-Topf besteht aus Maßnahmebeitrag.
In Hessen kommen 3.500 Euro Hessische Aufstiegsprämie hinzu. Nach AFBG und Landesprämie liegst du netto im Plus: 3.500 Euro minus 999 Euro Eigenanteil = rund 2.500 Euro Gewinn. Details zur hessischen Kombination im Artikel Hessische Aufstiegsprämie plus AFBG.
In Bayern: 3.000 Euro Meisterbonus, netto rund 2.000 Euro Gewinn. In Thüringen und Saarland: 2.000 Euro Prämie, netto rund 1.000 Euro Gewinn. In NRW und anderen Ländern ohne WFW-fähige Landesprämie bleibt der Eigenanteil bei rund 999 Euro.
Welche Förderhöhen gelten für Meisterkurse?
Meisterkurse sind Vollzeit- oder Teilzeit-Formate, je nach Anbieter und Gewerk. Typische Kostenverteilung:
| Kursart | Typische Kurskosten | Zuschuss | Darlehen | Erlass | Eigenanteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Handwerksmeister (Vollzeit, 12 Monate) | 7.000 Euro | 3.500 | 3.500 | 1.750 | 1.750 |
| Handwerksmeister (Teilzeit, 2 Jahre) | 6.500 Euro | 3.250 | 3.250 | 1.625 | 1.625 |
| Industriemeister Metall (Teilzeit) | 5.500 Euro | 2.750 | 2.750 | 1.375 | 1.375 |
| Industriemeister Elektro (Teilzeit) | 5.800 Euro | 2.900 | 2.900 | 1.450 | 1.450 |
Bei Vollzeit-Meisterkursen kommt der Unterhaltsbeitrag dazu. Bei 12 Monaten Vollzeit und 963 Euro Unterhaltsbeitrag monatlich sind das zusätzliche 11.556 Euro, steuerfrei, als reiner Zuschuss.
Häufige Fragen zu AFBG-Förderhöhen 2026
Muss ich den Maßnahmebeitrag versteuern?
Nein. Der Zuschuss-Anteil ist steuerfrei. Das Darlehen ist ohnehin kein Einkommen. Steuerlich relevant werden nur die zurückgezahlten Darlehenssummen nach Ende der Fortbildung, und auch die nicht als Einnahme, sondern als Ausgabe (Sonderausgaben oder Werbungskosten).
Wird der Unterhaltsbeitrag auf das Bürgergeld angerechnet?
Im Regelfall nein, solange er dem Bedarf entspricht. Der Unterhaltsbeitrag gilt als zweckgebundene Leistung für den Lebensunterhalt während der Fortbildung. Wer Bürgergeld bezieht, kann AFBG und Bürgergeld kombinieren, muss aber beide Leistungen beim jeweiligen Amt melden. Details im Artikel AFBG und Bürgergeld gleichzeitig.
Werden Reisekosten gesondert erstattet?
Nur bei auswärtigen Prüfungsabschnitten, nicht für die täglichen Fahrten zum Kursort. Kilometerpauschale 0,20 Euro, Unterkunftspauschale bis 24 Euro, Verpflegung bis 15 Euro. In der Praxis greift das nur bei ein- oder zweitägigen Prüfungen am Kammersitz.
Werden Kinderbetreuungskosten erstattet?
Der Kinderbetreuungszuschlag beim Unterhaltsbeitrag ist eine Pauschale von bis zu 160 Euro je Kind unter 14, nur für Alleinerziehende. Tatsächliche Kinderbetreuungskosten werden nicht Euro-für-Euro erstattet. Wer höhere Betreuungskosten hat, trägt die selbst.
Was, wenn meine Kurskosten über 15.000 Euro liegen?
Der Maßnahmebeitrag ist bei 15.000 Euro pro Fortbildung gedeckelt. Liegen deine Kurskosten darüber (bei Premium-Anbietern oder bei mehreren kombinierten Modulen), zahlst du die Differenz selbst. In der Praxis ist das bei Standardfortbildungen wie Wirtschaftsfachwirt, Meister oder Techniker kein Problem, weil die Kurse unter der Grenze liegen.
Diese Sätze basieren auf der AFBG-Fassung Stand April 2026. Änderungen werden auf aufstiegs-bafoeg.de{target=“_blank” rel=“noopener”} und im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Für verbindliche Berechnungen ist das AFBG-Amt deines Bundeslands zuständig. Diese Rechnung ist ein Überschlag, keine Rechts- oder Steuerberatung.
In meinen Beratungsgesprächen sehe ich immer wieder, dass Teilnehmer den Darlehenserlass vergessen. Sie rechnen 50 Prozent Zuschuss plus 50 Prozent Darlehen und landen bei “die Hälfte zahlt das Amt, die Hälfte muss ich zurückzahlen”. Das ist falsch. Mit dem 50-Prozent-Erlass bei Bestehen liegst du bei rund 25 Prozent Eigenanteil. Das macht die Fortbildung noch einmal deutlich günstiger.
Rechne deine Förderhöhe konkret aus
Der AFBG-Rechner zeigt dir deinen Zuschuss, Darlehensanteil, Erlass und Eigenanteil für deine Kursgebühr und dein Bundesland in 30 Sekunden. Jens rechnet es persönlich mit dir durch, wenn du deine Situation individuell besprechen willst.
Nächster Schritt: deine Zahlen kennen
Der Aufstiegs-BAföG-Rechner zeigt dir in 60 Sekunden, was dir nach allen Zuschüssen und Erlassen bleibt. Trag deine Kurskosten und dein Bundesland ein, die Rechnung erscheint direkt.
Wenn dein Ziel der Wirtschaftsfachwirt ist, kannst du parallel den WFW-Gehaltsrechner auf skill-sprinters.de durchrechnen und sehen, welche Gehaltssteigerung realistisch ist.
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