AFBG-Förderung für Prüfungsgebühren: was abgedeckt ist
AFBG deckt Prüfungsgebühren als Teil des Maßnahmebeitrags mit 50 Prozent Zuschuss und 50 Prozent zinslosem Darlehen ab. Beim Wirtschaftsfachwirt (IHK) liegen die Prüfungsgebühren der Kammer zwischen 200 und 400 Euro, je nach IHK-Bezirk. Diese Kosten werden zur Kursgebühr addiert und zusammen gefördert. Materialkosten und externe Lernmittel fallen nicht darunter, können aber steuerlich abgesetzt werden.
Die meisten Kursanbieter integrieren die IHK-Prüfungsgebühren in den Kurspreis. Bei SkillSprinters ist sie Teil der 3.997 Euro Kursgebühr und wird gemeinsam mit den Lehrgangskosten über AFBG gefördert. Bei anderen Anbietern siehst du die Prüfungsgebühr separat auf der Rechnung und reichst sie zusätzlich beim AFBG-Amt ein.
Welche Prüfungsgebühren zählt AFBG?
Prüfungsgebühren der zuständigen Kammer oder Prüfungsstelle. Das sind:
- IHK-Prüfungsgebühr bei IHK-Aufstiegsfortbildungen (Wirtschaftsfachwirt, Industriefachwirt, Handelsfachwirt, Bilanzbuchhalter etc.)
- Handwerkskammer-Gebühren bei Handwerksmeister
- Landesprüfungsgebühren bei staatlich geprüftem Techniker
- Gebühren der Fachschulen bei bestimmten Aufstiegsabschlüssen
Die Gebührenhöhe variiert. IHK-Gebühren liegen meist zwischen 200 und 400 Euro für Fachwirte, bei Meistern zwischen 500 und 900 Euro, bei Technikern je nach Bundesland 200 bis 800 Euro. Die aktuelle Gebührenordnung steht bei der jeweiligen Kammer oder Prüfungsstelle.
Wie wird die Prüfungsgebühr mit der Kursgebühr verrechnet?
Zwei Varianten:
Variante A: Prüfungsgebühr ist im Kurspreis enthalten. Der Anbieter führt die Gebühr direkt an die Kammer ab. Beim Wirtschaftsfachwirt bei SkillSprinters ist die IHK-Prüfung Teil der 3.997 Euro Kursgebühr. Die Kursanerkennung dokumentiert das, und AFBG fördert die Gesamtsumme.
Variante B: Prüfungsgebühr wird separat gezahlt. Der Anbieter verlangt 3.500 Euro Kursgebühr, die IHK zieht 350 Euro Prüfungsgebühr ein. Insgesamt 3.850 Euro Kurskosten. Beide Beträge sind AFBG-relevant. Du reichst die Rechnungen beim AFBG-Amt ein.
Für die Gesamtförderung ist es egal, welche Variante der Anbieter wählt. Das AFBG rechnet die Summe aller Kurs- und Prüfungskosten zusammen und gewährt 50 Prozent Zuschuss auf das Total.
Gilt AFBG auch für Wiederholungsprüfungsgebühren?
Nein, nicht bei derselben Fortbildung. Wer im ersten Versuch durchfällt und die Prüfung wiederholt, zahlt die Wiederholungsgebühr selbst. Das AFBG hat die erste Prüfungsgebühr bereits bezuschusst, weitere Versuche werden nicht neu gefördert.
Die Wiederholungsgebühren bei der IHK sind in der Regel niedriger als die Erstprüfungsgebühren, oft 50 bis 70 Prozent der vollen Gebühr. Je nach Prüfungsordnung gibt es zwei oder drei Wiederholungsversuche.
Ausnahme: Wer aus nachgewiesenen Gründen (Krankheit mit Attest) nicht zur Prüfung antreten konnte, kann einen separaten Härtefall-Antrag beim AFBG-Amt stellen. In seltenen Fällen wird dann eine zusätzliche Förderung gewährt.
Was ist mit den Prüfungsgebühren für AEVO oder Teilprüfungen?
Die AEVO-Prüfung (Ausbildereignungsprüfung) ist eine eigenständige Prüfung bei der IHK und kostet je nach Bezirk 100 bis 200 Euro. Sie gilt als Anpassungsfortbildung unterhalb der Aufstiegs-Schwelle und ist eigenständig nicht AFBG-fähig.
Wenn die AEVO im Rahmen eines größeren Aufstiegsfortbildungs-Pakets abgelegt wird (zum Beispiel als Teilprüfung innerhalb eines Meisterkurses), läuft die Gebühr als Teil der Gesamtförderung mit.
Bei Fachwirten wie dem Wirtschaftsfachwirt besteht die IHK-Prüfung aus mehreren Teilen (WBQ, HSQ, mündliche Fachgespräch). Die Gebühr wird meist für die Gesamtprüfung erhoben, nicht pro Teilprüfung. AFBG fördert die Gesamtgebühr.
Werden Lernmaterialien wie Fachbücher über AFBG gefördert?
In der Regel nicht direkt. Der Maßnahmebeitrag deckt Lehrgangs- und Prüfungskosten, nicht individuell gekaufte Lernmittel. Fachbücher, Übungsbücher, Probeklausuren, Karteikarten, Apps: alles Privatausgaben.
Zwei Ausnahmen:
Erstens: Wenn der Kursanbieter Materialien pauschal in die Kursgebühr einrechnet. Dann sind sie Teil der anerkannten Kurskosten und werden über AFBG gefördert.
Zweitens: Steuerliche Absetzung. Private Lernmittel sind als Werbungskosten oder Sonderausgaben bei der Einkommensteuer absetzbar. Das läuft nicht über AFBG, sondern über die Jahressteuererklärung.
Wie werden Reise- und Übernachtungskosten bei auswärtigen Prüfungen gefördert?
Bei auswärtigen Prüfungsabschnitten (zum Beispiel mündliche Prüfung am Kammersitz in einer anderen Stadt als dem Wohnort) gibt es Tagespauschalen:
- Unterkunft: bis 24 Euro pro Nacht
- Verpflegung: bis 15 Euro pro Tag
- Kilometerpauschale: bis 0,20 Euro pro km (An- und Abfahrt)
Diese Pauschalen beantragst du zusätzlich beim AFBG-Amt. Sie werden erstattet oder als Zuschuss ausgezahlt. Für tägliche Fahrtkosten zum Kursort gibt es keine Pauschale. Die zählen als Privatausgaben.
Häufige Fragen zu AFBG und Prüfungsgebühren
Muss ich die Prüfungsgebühr selbst vorstrecken?
In der Regel ja, bis das AFBG-Amt den Zuschuss ausgezahlt hat. Die Bearbeitungszeit liegt bei drei bis fünf Monaten. Wer den Antrag früh stellt, hat vor der Prüfung schon die Bewilligung und den Zuschuss.
Alternativ: Anbieter, die die Prüfungsgebühr im Kurspreis einrechnen (Variante A oben), rechnen direkt mit dem AFBG-Amt ab, wenn du das beantragst. Dann streckst du nichts vor.
Sind Prüfungsgebühren steuerlich absetzbar, wenn sie über AFBG gefördert werden?
Nur der Eigenanteil. Der AFBG-Zuschuss-Anteil ist steuerfrei und fällt steuerlich nicht als Ausgabe ins Gewicht. Den Darlehensanteil (soweit nicht erlassen) kannst du als Werbungskosten absetzen. Bei 350 Euro Prüfungsgebühr: 175 Euro Zuschuss (steuerneutral), 175 Euro Darlehen (nach Erlass 87,50 Euro Eigenanteil, absetzbar).
Was, wenn die IHK Gebühren nachträglich erhöht?
Das AFBG fördert die tatsächlich gezahlte Gebühr in der vom Amt bewilligten Höhe. Wenn die IHK die Gebühr zwischen Antrag und Prüfung erhöht, musst du einen Nachforderungsantrag stellen. Das AFBG-Amt bewilligt in der Regel die Differenz.
Werden Gebühren für Teilqualifikationsprüfungen gefördert?
Nur wenn die Teilqualifikation Bestandteil einer vollen Aufstiegsfortbildung ist. Separate Teilprüfungen ohne Gesamtabschluss sind nicht AFBG-fähig. Wer nur die WBQ des Wirtschaftsfachwirts schreibt und die HSQ später machen will, muss die ganze Kurs-Struktur als Einheit planen.
Was ist mit den Prüfungsgebühren, wenn ich im Ausland prüfe?
AFBG fördert nur deutsche öffentlich-rechtliche Abschlüsse. Wer in Österreich oder der Schweiz eine Prüfung ablegt, bekommt dafür kein AFBG. Die einzige Ausnahme sind deutsche Kammerprüfungen, die auch im Ausland abgenommen werden können (zum Beispiel Auslands-IHK in einzelnen Ländern).
Diese Angaben basieren auf der AFBG-Fassung und gängigen Kammer-Gebührenordnungen Stand 2026. Aktuelle Prüfungsgebühren findest du direkt bei deiner zuständigen Kammer. Dieser Artikel ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
In meinen Beratungsgesprächen werden die Prüfungsgebühren oft übersehen, weil viele Anbieter sie in den Kurspreis integrieren und Teilnehmer sie dadurch nicht separat wahrnehmen. Wichtig zu wissen: die Gebühren sind Teil der AFBG-geförderten Kosten. Nur wenn du zu einem Anbieter gehst, der sie getrennt verrechnet, siehst du den Posten explizit.
Sieh die Gesamtförderung für deinen Kurs inkl. Prüfungsgebühr
Der AFBG-Rechner zeigt dir Zuschuss und Eigenanteil für deine Kurskosten inklusive Prüfungsgebühren. Termin mit Jens, wenn du die genaue Kostenstruktur beim Wirtschaftsfachwirt verstehen willst.
Nächster Schritt: deine Zahlen kennen
Der Aufstiegs-BAföG-Rechner zeigt dir in 60 Sekunden, was dir nach allen Zuschüssen und Erlassen bleibt. Trag deine Kurskosten und dein Bundesland ein, die Rechnung erscheint direkt.
Wenn dein Ziel der Wirtschaftsfachwirt ist, kannst du parallel den WFW-Gehaltsrechner auf skill-sprinters.de durchrechnen und sehen, welche Gehaltssteigerung realistisch ist.
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