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Aufstiegs-BAföG-Rechner

AFBG-Rechner: wieviel bekomme ich für den Meister?

· 9 Min. Lesezeit · Dr. Jens Aichinger
Handwerkswerkstatt im Hintergrund unscharf, im Vordergrund ein Tisch mit Taschenrechner und aufgeschlagenem Ordner mit Zahlen

SkillSprinters führt den Wirtschaftsfachwirt (IHK) als berufsbegleitende Weiterbildung im Programm, die sich über 12 Monate erstreckt. Er ist eine Aufstiegsfortbildung und kommt damit für das Aufstiegs-BAföG in Frage. Was die Förderung im eigenen Fall ausmacht, lässt sich vorab durchrechnen.

Für den Meister zahlt das Aufstiegs-BAföG 50 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss und 50 Prozent als KfW-Darlehen, das während der Fortbildung und zwei Jahre danach zins- und tilgungsfrei ist. Bestehst du die Prüfung, werden 50 Prozent des Darlehens erlassen. Bei einem Meisterkurs für 7.500 Euro sind das 3.750 Euro Zuschuss, 3.750 Euro Darlehen und 1.875 Euro Erlass. Dein Eigenanteil liegt bei rund 1.875 Euro.

Meisterkurse sind teurer als der Wirtschaftsfachwirt, werden aber exakt nach derselben Formel gefördert. Was beim Meister dazukommt: viele Handwerksländer zahlen hohe Meisterprämien, und bei Vollzeit-Meisterschulen wird zusätzlich ein Unterhaltsbeitrag gewährt. Diese Seite rechnet drei typische Konstellationen durch.

Wieviel bekomme ich beim Meister?

Die Kurskosten für Meisterlehrgänge bewegen sich je nach Gewerk und Anbieter zwischen 4.500 und 8.500 Euro. Das AFBG deckt diese Kosten zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als Darlehen, mit 50 Prozent Erlass bei Bestehen.

KurskostenZuschussDarlehenErlassEigenanteil
4.500 Euro2.250 Euro2.250 Euro1.125 Euro1.125 Euro
6.000 Euro3.000 Euro3.000 Euro1.500 Euro1.500 Euro
7.500 Euro3.750 Euro3.750 Euro1.875 Euro1.875 Euro
8.500 Euro4.250 Euro4.250 Euro2.125 Euro2.125 Euro

Der Maßnahmebeitrag (Kurs- und Prüfungsgebühren) wird einkommensunabhängig bewilligt. Egal wie viel du vor dem Kurs verdient hast, die Förderquote bleibt bei 50/50. Beim Handwerksmeister mit AFBG gehen wir auf Gewerk-spezifische Besonderheiten ein.

Unterhaltsbeitrag bei Vollzeit-Meisterschule

Meisterkurse gibt es in Vollzeit (typisch sechs bis zwölf Monate, Mo bis Fr) und berufsbegleitend (meist 18 bis 24 Monate, Abende und Wochenenden). Bei Vollzeit kannst du zusätzlich zum Maßnahmebeitrag einen einkommensabhängigen Unterhaltsbeitrag beantragen.

Der Unterhaltsbeitrag besteht aus einem Grundbedarf plus Zuschlägen für Ehepartner und Kinder. Er wird in voller Höhe als Zuschuss geleistet (§ 12 Abs. 2 AFBG), nur in der Prüfungsvorbereitungsphase nach dem letzten Unterrichtstag (höchstens drei Monate) gibt es ihn als Darlehen (§ 11 Abs. 3, § 12 Abs. 3 AFBG). Der Grundbedarf liegt bei 882 Euro pro Monat (§ 10 Abs. 2 AFBG mit § 13 Abs. 1 Nr. 1 und Abs. 2 Nr. 2 BAföG), dazu kommen Zuschläge für Kranken- und Pflegeversicherung (§ 13a BAföG).

PositionMonatlich
Grundbedarf Alleinstehend882 Euro
Zuschlag Ehepartner235 Euro
Zuschlag pro Kind235 Euro
Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende (pro Kind unter 14 oder mit Behinderung)150 Euro

Bei zwölf Monaten Vollzeit-Meisterschule und einem Alleinstehenden ohne Einkommen kommen rund 10.600 Euro Unterhaltsbeitrag zusammen (12 × 882 Euro, ohne die Versicherungszuschläge). Dieser Betrag ist vollständig Zuschuss und muss nicht zurückgezahlt werden. Eigene Einkünfte, Partner-Einkommen und Vermögen werden mit Freibeträgen verrechnet.

Ein ausführliches Rechenbeispiel für den Unterhaltsbeitrag findest du im Artikel Unterhaltsbeitrag berechnen.

Rechnet sich der Meister mit AFBG?

Rein rechnerisch: ja, fast immer. In Kombination mit den Meisterprämien, die manche Bundesländer zahlen, drehen Meisterkurse sogar ins Plus. Die Prämien für Handwerksmeister sind in vielen Ländern deutlich höher als beim Wirtschaftsfachwirt.

BundeslandHandwerksmeister-Prämie 2026
Niedersachsen4.000 Euro
Hessen (auch HWK)3.500 Euro
Bayern3.000 Euro
NRW2.500 Euro
Thüringen2.000 Euro
Saarland2.000 Euro
Rheinland-Pfalz2.000 Euro
Mecklenburg-Vorpommern2.000 Euro
Hamburg1.300 Euro
Bremen1.300 Euro
Sachsen-Anhalt1.000 Euro

Diese Prämien sind nicht AFBG, sondern Landesleistungen und werden separat beantragt. Für Handwerksmeister gelten sie in mehr Bundesländern als für Fachwirte. Die Liste oben gilt für den klassischen Meisterbrief nach HwO Anlage A/B1.

Rechenbeispiel 1: Handwerksmeister Vollzeit in Bayern

Ein 29-jähriger Tischlergeselle, ledig, keine Kinder, geht in eine zwölfmonatige Vollzeit-Meisterschule in München. Kursgebühr 7.500 Euro. Er verdient vor Kursbeginn 2.400 Euro netto, hat 8.000 Euro Rücklagen.

PositionBetrag
Kursgebühr7.500 Euro
AFBG-Zuschuss Maßnahmebeitrag3.750 Euro
Darlehen Maßnahmebeitrag3.750 Euro
Erlass bei Bestehen1.875 Euro
Unterhaltsbeitrag gesamt (12 Monate × 882 Euro, ohne Versicherungszuschläge)10.584 Euro
Davon Zuschuss (100 Prozent)10.584 Euro
Davon Darlehen0 Euro
Erlass Unterhaltsbeitrag-Darlehenentfällt (kein Darlehen)
Bayerischer Meisterbonus3.000 Euro

Nach der Meisterschule bleibt ein rückzuzahlendes Darlehen von 1.875 Euro (Darlehen zum Maßnahmebeitrag abzüglich Erlass). Dem stehen 3.000 Euro Landesprämie plus 14.334 Euro Zuschüsse aus dem AFBG gegenüber. Sein Vermögen (8.000 Euro) liegt unter dem Freibetrag von 45.000 Euro, wird also nicht angerechnet. Das Unterhaltsbeitrags-Kalkül kann individuell abweichen, oben ist der Bedarfssatz ohne Kürzungen und ohne Versicherungszuschläge dargestellt.

Rechenbeispiel 2: Handwerksmeister berufsbegleitend in NRW

Eine 34-jährige Bäckerin, verheiratet, ein Kind, berufsbegleitend 24 Monate, Kursgebühr 6.800 Euro. Sie arbeitet weiter in Vollzeit, Partner-Einkommen 3.800 Euro brutto.

PositionBetrag
Kursgebühr6.800 Euro
AFBG-Zuschuss3.400 Euro
Darlehen3.400 Euro
Erlass bei Bestehen1.700 Euro
Eigenanteil Maßnahmebeitrag1.700 Euro
Meisterprämie NRW2.500 Euro
NettoPlus 800 Euro

Kein Unterhaltsbeitrag, weil berufsbegleitend. Das Partner-Einkommen spielt beim Maßnahmebeitrag keine Rolle. Wichtig: In NRW gilt die Meisterprämie von 2.500 Euro ausschließlich für Handwerksmeister nach Anlage A/B1 der Handwerksordnung. Für den Wirtschaftsfachwirt gäbe es in NRW keine Prämie.

Rechenbeispiel 3: Industriemeister berufsbegleitend in Niedersachsen

Ein 38-jähriger Werkzeugmechaniker, ledig, ein Kind, berufsbegleitend 24 Monate, Industriemeister Metall. Kursgebühr 6.200 Euro. Er arbeitet in Vollzeit, 3.100 Euro netto.

PositionBetrag
Kursgebühr6.200 Euro
AFBG-Zuschuss3.100 Euro
Darlehen3.100 Euro
Erlass bei Bestehen1.550 Euro
Eigenanteil1.550 Euro
Landesbonus Niedersachsen0 Euro (gilt nur Handwerksmeister HwO)
Steuerersparnis auf Rückzahlung (42 Prozent)651 Euro
Netto-Eigenanteilrund 899 Euro

Der Industriemeister Metall läuft nicht unter Anlage A/B1 der Handwerksordnung, sondern unter den IHK-Aufstiegsfortbildungen. In Niedersachsen gibt es deshalb keinen Landesbonus. Wer das Bundesland frei wählen kann, findet in einigen anderen Ländern WFW- und IHK-offene Prämien, siehe Landesprämien kombinieren.

Meister mit AFBG plus Existenzgründer-Erlass

Wer innerhalb von drei Jahren nach Ende der Maßnahme einen Betrieb gründet, übernimmt oder erweitert, dafür überwiegend die unternehmerische Verantwortung trägt, die Prüfung bestanden hat und den Betrieb mindestens drei Jahre als Haupterwerb führt, bekommt das noch nicht fällig gewordene Restdarlehen für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren in voller Höhe erlassen. Das ist der Existenzgründer-Erlass nach § 13b Abs. 2 AFBG.

Beim Handwerksmeister mit 7.500 Euro Kurskosten:

  • Restdarlehen nach normalem Erlass: 1.875 Euro
  • Existenzgründer-Erlass auf das noch nicht fällig gewordene Restdarlehen: bis zu 1.875 Euro
  • Eigenanteil nach beiden Erlassen: 0 Euro, soweit bis dahin noch keine Raten fällig geworden sind

Details im Artikel zum Existenzgründer-Erlass.

In meinen Beratungsgesprächen sehe ich, dass gerade angehende Meister im Handwerk den Existenzgründer-Erlass oft übersehen. Wer ohnehin plant, einen eigenen Betrieb zu gründen, sollte diese Regel von Anfang an einplanen, weil sie das restliche Lehrgangsdarlehen ganz wegfallen lassen kann.

Diese Rechnung ist ein Überschlag auf Basis der gesetzlichen AFBG-Sätze (Stand 2026). Die konkrete Höhe deines Anspruchs hängt von deinen individuellen Einkommens- und Lebensumständen ab und wird vom zuständigen AFBG-Amt verbindlich festgelegt. Für eine rechtssichere Berechnung wende dich an die zuständige Stelle oder einen Steuerberater.

Häufige Fragen zum AFBG beim Meister

Gilt die 50/50/50-Regel auch beim Industriemeister? Ja. AFBG macht keinen Unterschied zwischen Handwerks- und Industriemeister. Beide werden mit derselben Formel gefördert.

Kann ich AFBG und Meisterprämie gleichzeitig bekommen? Ja, in allen Bundesländern mit Prämie. Die Prämie ist eine Landesleistung und wird nicht auf das AFBG angerechnet.

Muss ich bei einer Vollzeit-Meisterschule meinen Job kündigen? Du musst deine Arbeitszeit so reduzieren, dass du dem Kurs folgen kannst. Viele Teilnehmer lassen sich unbezahlt freistellen oder beenden das Arbeitsverhältnis. Der Unterhaltsbeitrag deckt dann einen Teil des ausfallenden Einkommens.

Ab wann muss ich das Darlehen zurückzahlen? Nach der zweijährigen Karenzzeit, die an das Ende der Maßnahme anschließt (§ 13 Abs. 3 AFBG), dann in monatlichen Raten von grundsätzlich mindestens 128 Euro einschließlich Zinsen. Bei geringem Einkommen kannst du bei der KfW eine Freistellung beantragen (§ 13a AFBG).

Was passiert, wenn ich die Prüfung nicht auf Anhieb bestehe? Wiederholungsprüfungen sind AFBG-fähig. Der 50-Prozent-Erlass setzt aber voraus, dass die Prüfung am Ende bestanden wird. Wer zwei Versuche braucht, bekommt den Erlass nach dem erfolgreichen zweiten Versuch.

Rechne deinen Meister-Fall durch

Trage im Aufstiegs-BAföG-Rechner deine Kurskosten und dein Bundesland ein und bekomme in Sekunden den konkreten Eigenanteil. Offizielle Informationen beim Bundesministerium für Bildung und Forschung und im Gesetzestext zum AFBG.

Bereit für den nächsten Schritt?

Du planst den Meister und willst wissen, ob sich der Weg über AFBG für dich rechnet? Buch dir ein kostenloses Beratungsgespräch, rund 15 Minuten am Telefon. Wir schauen gemeinsam auf deine Kurswahl, dein Bundesland und die Landesprämien, die du zusätzlich bekommen kannst.


Nächster Schritt: deine Zahlen kennen

Der Aufstiegs-BAföG-Rechner zeigt dir in 60 Sekunden, was dir nach allen Zuschüssen und Erlassen bleibt. Trag deine Kurskosten und dein Bundesland ein, die Rechnung erscheint direkt.

Wenn dein Ziel der Wirtschaftsfachwirt ist, kannst du parallel den WFW-Gehaltsrechner auf skill-sprinters.de durchrechnen und sehen, welche Gehaltssteigerung realistisch ist.

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